4. Mit Bildern arbeiten

4.1. Bildtypen

Man möchte am liebsten den Begriff des Bildes durch ein Bildformat wie es JPEG beispielsweise ist, beschreiben. Vielleicht könnte man den Begriff auch annähern in dem man das Bildfenster beschreibt. Jedoch ist ein Gimp Bild etwas viel komplexeres. Eine Struktu aus einem Stapel von Ebenen, Bildobjekten, Masken, Pfaden etc. In diesem Abschnitt möchten wir ihnen einen detailierten Überblick über alle Bildkomponenten geben und was man damit anstellen kann.

Die wohl grundlegenste Eigenschaft eines Bildes ist der Modus. Es gibt drei mögliche Modi: RGB, Graustufen oder Indiziert. Jeder Pixel im Bild wird durch einen (R)oten,(G)rünen und (B)lauen Wert beschrieben. Da die Farben, die das menschliche Auge ebenfalls durch eine Kombination von Rot, Grün und Blau beschrieben werden kann, spricht man auch von Echtfarben. Jeder Farbkanal hat 256 mögliche Intensitätsstufen.

In einem Graustufenbild wird jeder Pixel durch einen Helligkeitswert beschrieben. Dieser Helligkeitswert reicht von 0 für Schwarz bis einem Wert von 255 (Weiß). Inmitten von Schwarz und Weiß verstehen sich die Stufen als Grauwerte.

Der Unterschwied zwischen einem Graustufen und RGB Bild besteht in der Anzahl der "Farbkanäle": Ein Graustufenbild besitzt einen; ein RGB Bild gleich drei. Ein RGB Bild auch als eine Komposition aus drei Graustufenbilder – jedes Bild beschreibt einen Farbkanal – verstanden werden.

Eigentlich haben beide Modi – also RGB und Graustufen – einen zusätzlichen Farbkanal; den sogenannten Alpha Kanal. Dieser beschreibt die Deckkraft. Wenn ein Bereich im Bild einen Alphawert von 0 besitzt, ist dieser Bereich vollkommen transparent und wird im Aussehen dadurch bestimmt, was "unter" diesen Bereich hindurch zu sehen ist. Ist der Alphawert jedoch auf den Maximalwert, ist dieser Bereich komplett deckend und das Aussehen dieses Bereiches wird durch die Farbe in diesem Bereich bestimmt. Alphawerte können verschiedene Arten des Durchscheinens oder Blendens beschreiben. So werden die Farben zweier Ebenen beispielsweise gemischt, wenn die oberste Ebene einen mittleren Alphawert besitzt.

Jeder Farb- und Alphakanal in Gimp hat einen Wertebereich von 0 bis 255; rechentechnisch 8 Bit. Dieser Wertebereich wird auch Farbtiefe genannt. Einige hochwertige Digitalkameras können Bilder mit einer Farbtiefe von 16 Bit pro Farbkanal erzeugen. Gimp kann diese Bilder nicht ohne Verlust laden. In den meisten Fällen wird der Verlust durch Menschen nicht wahrgenommen und ist zu vernachlässigen. Jedoch besteht in manchen Fällen dringenden Bedarf für 16 Bit Farbtiefe. Vor allem bei großen Bildbereichen mit kaum sichtbaren Kontrastveränderungen ist ein Unterschied in der Farbtiefe zu erkennen.

Der dritte und letzte Typ der hier beschrieben wird, sind indizierte Bilder. Dieser Modus ist etwas schwerer zu verstehen, da es in einem indizierten Bild nur eine Anzahl von 256 (oder wenigeren) wohldefinierten Farben gibt. Diese maximal 256 wohldefinierten Farben werden in einer Tabelle geführt, die auch als Farbpalette oder im englischen Colormap bezeichnet wird. Indizierte Bilder haben den Vorteil, dass Sie im Rechner mit wenig Ressourcen dargestellt und gespeichert werden können. Dieser Vorteil ist vor allem in Zeiten der Vernetzung mit langsamen Bandbreiten ein entscheidener Punkt. So waren indizierte Bilder in den Anfangen des World Wide Webs sehr stark verbreitet.

Verschiedene Bildformate werden als indizierte Bilder in Gimp geöffnet (z.B. GIF, PNG). Viele der Gimp Werkzeuge funktionieren durch die begrenzte Anzahl von Farben, nicht richtig auf indizierten Bildern. Demnach ist es besser die geöffneten Bilder nach RGB zu konvertieren, bevor das Bild manipuliert wird. Falls nötig kann das bearbeitete Bild wieder zurückkonvertiert werden.

Mit Gimp ist es einfach von einen Farbmodus in den Farbmodus mittels Modus zu konvertieren. Angemerkt sei noch, dass bestimmte Konvertierungen verlustbehaftet sind, wie z.B. RGB nach Graustufen.

[Anmerkung] Anmerkung

Sollten Sie einen Filter benutzen wollen, der ausgegraut im Menü erscheint, liegt es am falschen Farbmodus der Ebene oder des Bildes. Manche Filter funktionieren nur auf Bilder mit RGB Farbmodus. Manche davon benötigen noch einen zusätzlichen Alphakanal. Meistens reicht es jedoch aus, den Farbmodus auf RGB zu ändern.